Umsetzung der Vision

Schriftzug "Gut und gemeinsam älter werden im Kanton Basel-STadt" - im Hintergrund ältere Sportler

Die Vision "Gut und gemeinsam älter werden im Kanton Basel-Stadt" dient in den kommenden Jahren als Leitstern für die Basler Alterspolitik und findet sich als Massnahme 8 im Legislaturplan 2021-25 des Regierungsrats. Zur Umsetzung der Vision werden nicht nur Projekte und Massnahmen der Verwaltung beitragen – ebenso sind Innovationen und Beiträge aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft notwendig. Die Bevölkerung erhält die Möglichkeit sich einzubringen an Anlässen - zudem wurde ein Sounding Board einberufen. Begleitet wird dieser Prozess von einer verwaltungsinternen Arbeitsgruppe, die geleitet wird von der Abteilung Planungskoordination im Gesundheitsdepartement.

Die Interdepartementale Koordinationsgruppe Alter (IKA)

Die erste Aufgabe der Interdepartementalen Koordinationsgruppe Alter (IKA) war es, die Rückmeldungen aus der Online-Befragung zur Vision vom August und September zu sichten und konkrete Herausforderungen nach Wichtigkeit und Dringlichkeit zu bewerten. Aus dieser Arbeit entstand ein Resultatbericht zu der Befragung. Zusammen mit den Resultaten der Bevölkerungsbefragung 55+, dem eigenen Fachwissen und in Einbezug politischer Vorstösse kann die IKA damit beurteilen, welche Projekte und Massnahmen zuerst angegangen werden sollen.

Umsetzung in (mindestens) 10 Bereichen

Die IKA hat für den Moment zehn Bereiche identifiziert, die angegangen werden sollen. Sie alle können zu Strategien oder Massnahmenpaketen führen und werden in einem Bericht abgeschlossen werden. Bei einigen hat die IKA die Federführung inne, in anderen sollen vor allem auch Ideen und Projekte aus der Zivilgesellschaft zur Umsetzung der Vision beitragen (jeweils in Klammern angegeben). Wir führen hier eine Auswahl der zehn Bereiche auf mit Fokus auf dem Beschrieb der Herausforderung. Für den aktuellen Umsetzungsstand verweisen wir auf die Informationskanäle wie dem Newsletter oder unsere Anlässe.

Förderung von Sozialer Teilhabe (Bereich 1)

Das Verhindern von Einsamkeit wurde in der Umfrage vom Herbst 2020 als wichtigste Herausforderung identifiziert. Als Gefühl ist diese etwas sehr persönliches, aber wir können als Gesellschaft erkennen, ob unsere Mitmenschen sozial isoliert sind. Die Soziale Teilhabe zu fördern und damit auch möglichst vielen Mitmenschen ein selbstbestimmtes Leben zu unterstützen, ist das Ziel dieses Bereichs. Viele Organisationen aus der Zivilgesellschaft nehmen sich bereits auf verschiedenste Arten dem Thema an, und viele Menschen erreichen in ihrem Alltag mit ihrem freiwilligen Engagement Grossartiges. Wie können wir diese Anstrengungen noch besser bündeln, damit es immer weniger sozial isolierte Personen in unserem Kanton hat? Wie erreichen wir sozial isolierte Personen und bringen sie dazu, diese Angebote in Anspruch zu nehmen? Solche und ähnliche Fragen stellen wir in einem ersten Schritt an Seniorinnen und Senioren im Frühling 2022, bevor wir die Antworten in einer Runde mit Fachorganisation im Sommer 2022 besprechen möchten.

Schutz vor Ausschluss und Benachteiligung (Bereich 2)

Die Diskriminierung aufgrund des fortgeschrittenen Alters wurde in der Umfrage als die wichtigste Herausforderung eingestuft. Oft geht eine Benachteiligung oder ein Ausschluss von älteren Menschen auf stereotypische Annahmen zurück wie ein schlechtes Gehör oder einer Abneigung gegenüber Computern – alles nur, weil wir graue Haare sehen? Älter zu sein kann Vorteile mit sich bringen - das Alter ist eine Eigenschaft unter vielen, die es zu beachten gilt bei Angeboten oder Informationen. Wenn das Alter mit anderen Merkmalen wie Geschlecht, Armut oder mangelnden Deutschkenntnissen zusammenkommt, können sich Benachteiligungen verstärken. Wie zeigen sich die Diskriminierungen konkret? Und wie können wir präventiv wirken, damit solche Benachteiligungen nicht mehr vorkommen? Solche und ähnliche Fragen stellen wir in einem ersten Schritt an Seniorinnen und Senioren im Frühling 2022, bevor wir die Antworten in einer Runde mit Fachorganisation im Sommer 2022 besprechen möchten.

für den Moment zurückgestellt (Bereiche 3-5)

Drei Bereiche wurden für den Moment zurückgestellt. Über diese wird zu gegbener Zeit informiert.

Generationenbeziehungen (Bereich 6 - Basler Seniorenkonferenz 55+)

Wie steht es um das Zusammenleben der verschiedenen Generationen in unserem Kanton und unserer Stadt? Welche Beziehungen braucht es zwischen den Generationen, damit sich dieses Zusammenleben für alle Beteiligten positiv gestaltet und von gegenseitiger Wertschätzung geprägt ist?

Dem Verein 55+ Basler Seniorenkonferenz (55+ BSK) sind das gute Zusammenleben der verschiedenen Generationen und tragende, wertschätzende Beziehungen zwischen diesen Generationen ein grosses Anliegen.

55+ BSK hat die Initiative zur Schaffung eines Generationenleitbildes Basel-Stadt ergriffen. Dieses soll – wenn immer möglich – zur Richtschnur werden für alle in Basel, die sich konkret dem Thema Generationenbeziehungen annehmen. Im Sommer 2021 hat eine Arbeitsgruppe von 55+ BSK einen Vorschlag entworfen, der im November 2021 in einem Workshop mit den Sichtweisen und Anliegen der jüngeren Generationen gespiegelt werden konnte.

Diese Arbeiten sind aber noch nicht abgeschlossen. Sind auch Sie an dem Thema interessiert und möchten mithelfen? Melden Sie sich doch bei Roberto Mascetti (roberto.mascetti@hispeed.ch), dem Präsidenten der BSK 55+. Weitere Informationen dazu auch auf 55-plus.ch.

Queer Altern (Bereich 7 - Verein Queer Altern Region Basel)

Das Älter werden ist jeweils eine ganz persönliche Erfahrung, mit dem Wandel der Generationen und der Gesellschaft tauchen aber immer wieder neue Biografien auf. Mit dem demographischen Wandel werden diese zudem immer häufiger werden in den kommenden Jahren. Dieses Jahr fand sich eine Gruppe engagierter Menschen zusammen mit der Idee, sich des Themas «queerAltern» anzunehmen. Sie beschäftigt sich mit dem Älterwerden jenseits der Mehrheitsgesellschaft. Im Frühjahr 2022 wird der Verein «queerAltern Region Basel» mit einer Veranstaltungs-Trilogie zum Thema «queer Altern» an die Öffentlichkeit treten. Die Ergebnisse aus diesen Gesprächen werden einfliessen in Überlegungen, wie der Staat und wie die Zivilgesellschaft hier unterstützend wirken können, so dass alle Baslerinnen und Basler "gut und gemeinsam älter werden können".

Autonomie bis ins hohe Alter (Bereich 8)

Der Wunsch nach einem möglichst selbstständigen Leben bis ins hohe Alter ist weitverbreitetet und gerechtfertigt. Die eigene Autonomie nimmt mit den steigenden Jahreszahlen schrittweise ab, weshalb Hilfsmittel und Unterstützungsleistungen einfachster und komplexerer Art den Zeitraum verlängern können, wie lange man in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben kann. Mit der Digitalisierung und anderen Innovationen ergeben sich zudem neue Möglichkeiten, z.B. das freiwillige Engagement untereinander zu organisieren oder ein solches auch aus der Ferne zu leisten. Neue Apps, Gerätschaften oder auch Roboter können konkrete Alltagsunterstützung liefern, die uns möglichst grosse Entscheidungsfreiheit über das eigene Leben ermöglichen. Wie können wir die Verbreitung dieser neuen (nicht nur digitalen) Innovationen im Kanton Basel-Stadt fördern? Um vor allem die Frage zu beantworten, wie digitale Innovationen designt sein müssen, so dass sie bei älteren Menschen und/oder ihren Angehörigen oder Freiwilligen Helfenden Anklang finden, unterstützt das Gesundheitsdepartement ein Pilotprojekt namens "Portier" der Stiftung "Bonjour".

Die gesunde Stadt  (Bereich 9 - Photo Voice)

Wir verbringen einen grossen Teil unserer Zeit im öffentlichen Raum, wo der Staat auch einen direkten Zugriff hat. Wenn wir älter werden, nimmt diese Zeit einerseits ab (weil man mehr zu Hause macht), aber andererseits auch zu (weil es länger dauert, sich von einem zum anderen Ort zu bewegen). Wir entwickeln andere Ansprüche an den öffentlichen Raum, der sich zudem auch selber wandelt und nicht mehr wie früher aussieht. Gerade ältere Menschen, die 40 oder mehr Jahre im Quartier wohnen, haben einen Blick für diese Veränderungen. In Zukunft - Stichwort Hitzewellen und Mobilitätswandel - werden weitere Anpassungen notwendig sein. In diesem Bereich möchten wir einen Blick darauf werfen, was alle diese Entwicklungen bedeuten für die älteren Menschen von heute und morgen. In diesem Sinne unterstützen wir diverse zivilgesellschaftliche Initiativen, die sich der Frage beteiligend annehmen, wie z. B. dem Projekt "PhotoVoice" des Netzwerks Caring Community Gundeli.

Gewalt im Alter (Bereich 10)

Gewalt und Missbrauch im Alter ist ein Tabuthema, über das gesellschaftlich und medial nur wenig gesprochen wird. Das Gesundheitsdepartement widmet sich intern in einem Projekt Fragen wie der Wahrnehmung von Gewalt gegen ältere Personen durch Fachleute und im häuslichen Umfeld. Ziel ist es, den Handlungsbedarf im Konkreten abzuklären und mögliche Massnahmen zu finden.

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