One Health

Eine Adaption von da Vincis Vitruvianischer Mensch mit einem hinzugefügten Hund auf grünem Hintergrund (Symbolbild).

Die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt ist eng miteinander verbunden. Es liegt dabei nahe von einer Gesundheit - One Health - zu sprechen. Die Verknüpfung zeigt sich beispielsweise darin, dass es Krankheiten gibt, die von Tier auf Mensch oder umgekehrt übertragen werden können. Ebenfalls kann eine Schädigung der Umwelt einen negativen Einfluss auf das Wohlbefinden von Mensch und Tier haben.

Der Kanton Basel-Stadt berücksichtigt den One Health Ansatz in seiner täglichen Arbeit und in Form des Projekts "One Health im Kanton Basel-Stadt". Denn die "eine Gesundheit" befasst sich nicht nur mit wechselwirkenden Schädigungen der Gesundheit, sondern betont vielmehr den Nutzen, welche eine verstärkte Zusammenarbeit aller für die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt mit sich bringt. Durch die gemeinsame Arbeit von verschiedenen Institutionen und Personen können Synergien genutzt und ein ökonomischer sowie gesundheitlicher Mehrwert erreicht werden.

Im Kanton Basel-Stadt ergeben sich verschiedene Handlungsfelder für die Umsetzung der One Health Strategie, unter Anderem:

Antibiotikaresistenzen

Schale mit Bakterien, grünlich
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Multiresistente Keime sind eine Bedrohung für Menschen und Tiere gleichermassen. Die unsachgemässe Anwendung von Antibiotika bei Infektionen fördert die Entstehung der Resistenzen und stellt damit eine Gefährdung für die Gesundheit dar. Genutzt werden Antibiotika jedoch in einem weiten Feld, von der Landwirtschaft bis in die Spitäler, von den Haus- und Zahnärztinnen bis in die Lebensmittelindustrie, was eine interdisziplinäre Herangehensweise nötig macht. Die Koordination dieser Anwendungen stellt somit eine der grössten Herausforderungen unserer Zeit dar. Der Bund hat dazu die Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR) auf den Weg gebracht, die der Kanton Basel-Stadt von Anfang an unterstützt hat.

Neobiota und Zoonosen

Tigermücke, die einen Arm sticht
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Krankheiten, die von Tieren auf Mensch übertragen werden können, nennt man Zoonosen. Die Krankheitskeime können sich durch den direkten Kontakt mit Tieren oder durch tierische Lebensmittel übertragen. Ein stetiger Austausch der Human- und Veterinärmediziner ermöglicht ein effizientes Handeln. Durch die interdisziplinäre Arbeit können Synergien geschaffen werden und somit Infekte beziehungsweise Verdachtsfälle frühzeitig erkannt und bekämpft werden.

Als Grenzkanton und Verkehrsdrehscheibe können auf verschiedenen Wegen Zoonosen nach Basel-Stadt eingeschleppt werden. Der Schmuggel von Tieren aus dem Ausland über die Schweizer Grenze begünstigt beispielsweise die gleichzeitige Einfuhr von Seuchen wie etwa Tollwut. Die Tigermücke kommt als Schwarzfahrer auf Lastwagen aus dem Süden, während sich invasive Fischarten mit Hilfe von Booten den Rhein heraufkämpfen können. Während einige nur die lokale einheimischen Arten bedrohen, bringen andere neue Krankheiten mit wie z.B. das Chikungunya-Fieber.

Hunde und Bewegung

Ein kleiner Hund, der über ein Hindernis läuft im Hundespielplatz im Horburgpark
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Bewegung ist gesund – für Mensch und Tier. Ob einzeln oder zusammen, Bewegung ist ein wichtiges Mittel im Kampf gegen die modernen Epidemien Übergewicht und Depression. Der Spaziergang mit dem Hund erleichtert soziale Kontakte und erhöht die Gesundheit und Lebensqualität – von beiden. Der Kanton Basel-Stadt unterstützt dies mit der Einrichtung von Hundearealen wie zum Beispiel im Horburgpark oder den Hundebadezonen am Rhein.

Tiergestützte Aktivitäten

Eine Hundepfote und eine menschliche Hand "Hand in Hand".
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Die Mensch-Tier-Beziehung nimmt weltweit, vor allem in Ländern mit wachsendem Anteil älterer Menschen in zunehmender sozialer Isolation, eine immer wichtigere Rolle ein, weil sie nachgewiesenermassen bedeutende Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit der Menschen hat. Mit tiergestützten Interventionen können auch Therapieformen angewendet werden, die den Menschen ansprechen und den Heilungsprozess beschleunigen. Aber auch schon im jungen Alter ist der korrekte Umgang mit Tieren zu lernen. Deswegen bieten wir auch Angebote wie den Präventionskurs und -film "Du & Hund" an, mit denen Kinder den Umgang mit Hunden lernen und üben können.

Umwelt und Klima

Der Rhein in Basel mit Leuten am Ufer, jemand springt in den Fluss.
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Die Umwelt könnte als ein viertes Element der One Health-Ideologie nach Mensch, Tier und Pflanzen angesehen werden. Gerade in den städtischen Umgebungen leiden mit dem Hitzeinseleffekt sowohl Tier wie auch Mensch stark unter Hitzewellen. Wildtiere siedeln sich in der Stadt an, während die Menschen Erholung in Naturparks und in Fliessgewässern suchen. Die Überwachung und die Erhaltung der Wasser- und der Luftqualität und die Prävention von möglichen gesundheitlichen Folgen gehören alle zum One Health-Ansatz dazu.

... und viele weitere Themen

Die Auflistung der Themen ist noch lange nicht erschöpft. So ergeben sich in der Forschung beim Tier und beim Menschen Synergien. Ein gemeinsames Krebsregister von Mensch und Hund könnte als Frühwarnsystem gefährdeter Gruppen dienen. Im Bereich der Ernährung ergeben sich Überschneidungen zu Nachhaltigkeit und auch der Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung (Food Waste) und Urban Gardening. Transparenz und Information über den Kerngedanken von One Health bleiben zudem eine Herausforderung. Dazu bietet das Poster einen guten Überblick, welches zusammen mit dem SwissTPH entstanden ist. Das GD führt weiter einen Blog, der sich um gesunde Ernährung dreht.