Palliative Care

Eine jünger wirkende Hand umfasst die Hand einer älteren Person.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Palliative Care als eine Haltung und Behandlung, welche die Lebensqualität von Patienten und ihren Angehörigen verbessern soll, wenn eine lebensbedrohliche Krankheit vorliegt. Sie erreicht dies, indem sie Schmerzen und andere physische, psychosoziale und spirituelle Probleme frühzeitig und aktiv sucht, immer wieder erfasst und angemessen behandelt.

Palliative Care umfasst somit die Betreuung und Behandlung von Menschen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen und/oder chronisch fortschreitenden Krankheiten. Sie beugt Leiden und Komplikationen vor und beinhaltet medizinische Behandlungen, pflegerische Interventionen sowie psychologische, soziale und spirituelle Unterstützung. Idealerweise sollte die Palliative Care einsetzen, wenn eine kurative Behandlung nicht mehr möglich ist, und nicht erst am Lebensende. Palliative Care ist Teil der Kinderheilkunde, der Erwachsenenmedizin und der Altersmedizin.

Wie viele Menschen beanspruchen Palliative Care in der Schweiz?

Internationale Studien gehen von einem Bedarf an Palliative Care Leistungen von 1 bis 1.5 Prozent der Bevölkerung aus. Das Bundesamt für Statistik rechnet aufgrund der demografischen Entwicklung und der damit einhergehenden Zunahme, insbesondere der Krebserkrankungen damit, dass der Bedarf an Palliative Care Leistungen in der Schweiz in Zukunft steigen wird. Da die statistische Datenlage zu Palliative Care Leistungen in der Schweiz aktuell noch ungenügend ist und diese sich bis anhin nur auf das Lebensende bezog, ist es schwierig, den effektiven Bedarf abzuschätzen. Die Weiterentwicklung und Umsetzung eines Swiss Palliative Care Data Sets auf nationaler Ebene ist in Gange und wird als wichtige Grundlage für den zukünftigen Bedarf an Palliative Care Leistungen dienen.

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Was wird auf der Ebene des Bundes gemacht?

Die Nationale Strategie Palliative Care endete am 31. Dezember 2015. Der Nationale Palliative Care Kongress im Dezember 2015 mit über 600 Teilnehmenden bot einen Rückblick auf die erreichten Meilensteine der Nationalen Strategie. Es wurde aufgezeigt, in welchen Bereichen noch Handlungsbedarf besteht. Dieser besteht vor allem im Bereich der Versorgung in gewissen Kantonen und in der Finanzierung von Palliative Care Leistungen. Um bestehende Lücken zu beheben und die Palliative Care weiterzuentwickeln, wird ab 2017 eine Plattform Palliative Care lanciert. Diese wird zu Beginn vom Bund, den Kantonen und palliative.ch betrieben. Die Plattform soll dazu beitragen, den Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen den beteiligten Akteuren zu fördern und gezielte Fragestellungen und Probleme zu bearbeiten.

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Wie wird Palliative Care finanziert?

Die Finanzierung der ambulanten Leistungen erfolgt gemäss der Krankenpflegeleistungsverordnung (KLV). lm Rahmen der nationalen Strategie wurde Handlungsbedarf im Bereich der Finanzierung von Koordinationsleistungen festgestellt und die KLV per 1.1.2012 angepasst. Seither besteht gemäss Artikel 7, Abs. 2 Bst. a, zusätzlich zu den Massnahmen der Abklärung und Beratung, die Möglichkeit, Koordinationsleistungen in komplexen Situationen abzurechnen, wenn sie von spezialisierten Pflegefachpersonen ausgeführt werden.

Im stationären Bereich erfolgt die Finanzierung im Bereich der Palliative Care Grundversorgung über Fallpauschalen (SwissDRG). In den spezialisierten Einrichtungen soll diese ab dem Jahr 2017 ebenfalls über Fallpauschalen erfolgen.

In den Alters- und Pflegeheimen sind Palliative Care Leistungen Bestandteil der Tarife.

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Was macht der Kanton Basel-Stadt im Bereich Palliative Care?

Der Kanton Basel-Stadt hat zusammen mit verschiedenen Leistungserbringern die nationale Strategie umgesetzt und ein kantonales Konzept erarbeitet, welches seit 2013 in Kraft ist. Daraus entstanden im ambulanten Bereich die beiden Angebote einer Anlauf- und Koordinationsstelle im Palliativzentrum Hildegard und eines Mobilen Palliative Care Teams, eine Kooperation der Spitex Basel mit dem Palliativzentrum Hildegard. Im stationären Bereich etablierten die Spitäler im Bereich der Palliative Care Grundversorgung Konsiliardienste (Facharzt und Pflegefachperson mit Spezialisierung in der Palliative Care) im Haus. Im Bereich der spezialisierten Palliative Care bestehen die langjährigen Angebote im Palliativzentrum Hildegard und im St. Claraspital. Damit eine Koordination und Vernetzung unter den Leistungserbringern stattfinden und verbessert werden kann, organisiert der Kanton regelmässig Koordinationskonferenzen.

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